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Archive for the ‘Ausflüge’ Category

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02 Nov

So, da bin ich nun.In dem drittgrößten Land der Welt, nach Kanada und Russland. In dem Land, in dem angefahrene Rehe aufm Highway mit Reifenteilen abgedeckt werden, bei McDonald’s klassische Musik gespielt wird und die Geschmacksbeschreibungen von Eis mindestens 10 Wörter enthalten (Vanilla flavored ice cream with chocolate covered peanuts and cone pieces and a delicious caramel swirl).  Außerdem lässt man das Wasser beim Abwasch gerne mal laufen, während man sich draußen mit dem Nachbarn unterhält, und allgemein, zum Lieblingsitaliener nimmt man schonmal eine Stunde Fahrt auf sich! So ist es also in dem Land, in dem sich jeder der schon in der 6. Generation hier lebt, immernoch als Deutscher / Italiener / Franzose bezeichnet . Überhaupt, Käse ist französisch, Wurst ist deutsch und Pizza ist italienisch, obwohl es mit den Urspungsländern nicht mehr viel gemein hat.

Nein, diese Einleitung wird den USA nicht gerecht, es ist viel mehr als das. Die USA waren bisher freundlich zu mir. Und wenn es eine Zeit geben sollte, in der mir Negatives widerfährt, ist es wahrscheinlich meine eigene Schuld. Willkommen im Land des Invidualismus. Jeder kocht sein eigenes Süppchen, andererseits gibt es einen unwahrscheinlich starken Community-Gedanken; Freiwilligenarbeit ist gesellschaftliche Pflicht. Ich habe daher gestern einfach mal 5 Stunden für einen guten Zweck telefoniert. Heute sind nämlich Wahlen angesagt, unter anderem auch für oder gegen finanzielle Unterstützung für das College. Ich habe nun insgesamt schon 9 Stunden meiner 20 Pflichtstunden Community Service abgeleistet, und da es immer kostenloses Essen und Getränke gibt und meistens sehr nette Leute mithelfen, ist der Service am Ende immer ein Riesenspaß! Einfach atemberaubend ist auch die Natur hier drüben. Gut, ich bin noch nich wirklich weiter westlich als Ohio gekommen, habe noch nicht die Niagara Fälle gesehen, geschweigedenn einen bekannten Nationalpark. Allerdings ist Ohio im Herbst mit seinem Indian Summer und teils serpentinenartigen Straßen schon wunderschön. Und wenn ich Glück habe, sehe ich Nachts Rehe bei uns Garten äsen. Oder eben den Waschbären in der Mülltonne wühlen.

Nun, ein Viertel oder 3 Monate sind schon um. Ich fühle mich immernoch sehr wohl, es gibt noch so viel -zuviel- zu entdecken und ich habe noch nicht wirklich irgendwelche Probleme gehabt. Im Gegenteil, meine Gastfamile ist ein Traum, das Essen ist super, mein Zimmer und das Badezimmer -oben im Haus- ist quasi mein eigenes Reich (was ich noch 2 Monate mit Stella teile) und die südkoreanische Reisschüssel bringt mich zuverlässig von A nach B. Ab und zu knackt es irgendwo im Fahrwerk, die Bremswege sind etwas länger als es in Deutschland legal wäre und die Fahrerfensterscheibe lässt sich (derzeit) nicht bewegen. Ansonsten fülle ich aber einfach alle 3000 Meilen Öl nach und die Karre läuft! Heute habe ich 2 Reifen erneuern lassen, da es sonst mit den abgefahrenen Reifen (ich nannte sie auch gerne Slicks)  im Winter hätte gefährlich werden können. In der Express-Lane bei WalMart ging das dann auch ganz fix. Joa, ansonsten habe ich einen Haufen guter Freunde kennengelernt mit denen eigentlich immer etwas geht. Durch die ganzen Aktivitäten -Familie, College, Freunde, Job (Bewerbung), Reisen- vergeht die Zeit wie im Fluge. Unüberwindbares Heimweh macht sich noch nicht breit, allerdings denkt man schonmal an zu Hause, wenn das iPhone beim Sonnenuntergang aufm Highway das passende Lied anstimmt. Aber das bedeutet nicht, dass es mir hier nicht gefällt; es zeigt, dass ich mich in meiner Heimat immer wohlgefühlt habe und ich Zuhause mit offenen Armen empfangen werde!

Nun, dass es mit Washington nicht geklappt hat, hat einen einzigen Grund: Ich bin nicht wirklich an Politik interessiert. Leider haben die Herrschaften das am anderen Ende des Apparates schon in der ersten Minute des Gesprächs rausgefunden, sodass alles andere unwichtig war. Umso mehr -und das ist die eigentlich Enttäuschung- ärgere ich mich, dass ich selber in das offene Messer der Erniedrigung gelaufen bin :). Ich bin auf jeden Fall froh, dass es nun 5 Leute geschafft haben, die ein ehrliches Interesse an Politik zeigen. Vielleicht hätte es mir dort auch garnicht gefallen. Der allgemeine Erfahrung trauere ich allerdings schon etwas nach. Aber wie sagt der Deutsche? “A bird in the hand is worth two in the bush.” Wer weiß, ob Bendix sich hätte vor den Kopf gestoßen gefühlt, wenn ich kurz nach der schriftlichen Bestätigung gesagt hätte: Ätschibätsch, ich bin doch erstmal 2 Monate in Washington. Oder um Sarah, eine CIP-Teilnehmerin, zu zitieren (sie lebt mitten im Bible-Belt): “Der Kopf denkt, Gott lenkt!”.

Was ist sonst noch so passiert, nachdem wir Äpfel pflücken waren? NBA! Letzten Mittwoch habe ich mein erstes NBA Spiel gesehen: Cleveland Cavaliers vs. Boston Celtics. Was für eine Show. Man schreckt nicht einmal vor Pyroeffekten in der Halle zurück. Apropos Halle: Obwohl Cleveland nie wirklich erfolgreich war, ist die Quicken Loans Halle eine der größten Basketballhallen in den USA. Da war naturgemäß Party angesagt. Hier merkt man noch mehr als in Deutschland, dass Sport ein reines Mittel zum Zweck ist: Werbung. Das kostenlose Cavs-Fanshirt habe ich dennoch gerne mitgenommen, auch wenn es direkt -da XL- zum Nachtshirt degradiert wurde.  Bilder in der Galerie!

Lustig war auch letztes Wochenende. Einige mögen es vielleicht wissen: Am 31. Oktober ist Halloween in den USA. Ein riesiges Fest, was Weihnachten bezüglich der Dekoration in nichts nachsteht. Natürlich wird der lustigste Teil der Dekoration noch klassisch per Hand gemacht: Pumpkin Carving. Wie wird das gemacht? Erstmal bedeckt man den ganzen Tisch mit Zeitungspapier, dann schneidet man den Kürbis entweder oben oder unten auf und holt “Guts and Glory” raus. Der Schleim -bestehend aus Kürbisfäden und Samen- wird mit der Hand rausgefummelt (Geruch und Haptik einfach nur widerlich), dann kann der Pumpkin nach Belieben bearbeitet werden. Ich bin mit meinem Ergebnis sehr zufrieden, Bilder in der Galerie!

Samstag habe ich mir dann ein Halloween-Kostüm für knapp $40 gekauft: Ich bin als Frau gegangen. Da viele andere Jungs sich aufs Cross-Dressing geeinigt haben, lief ich nun den ganzen Abend mit Perücke, Kleid und Netz-Strapse durch die Gegend. Ich habe mich sichtlich unwohl gefühlt; Simon, die größte Transe der USA. Gut, dass das nach einer Nacht alles wieder vorbei war und es keine psychologischen Spuren hinterlassen hat. Ich kann mich dummerweise auch noch an alles erinnern, weil ich -als Fahrer- wieder nicht trinken durfte.

Donnerstag geht’s dann in die Stadt der ehemaligen Gangster: Chicago

 
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Höhen & Tiefen

23 Oct

Hey ho!

Ich hoffe ich durch die größer werdenden Abstände keine Leser verloren. Ihr müsst entschuldigen, in Zeiten von Jobsuche, Examen und Parties ist das Bloggen dann doch eher weiter unten auf der Prioritätenliste angesiedelt. Mittlerweile ist fast 1/4 Jahr um!

Aber ich habe mir gerade eben nochmal ein Herz gefasst und das Dashboard geöffnet. Es ist doch zuviel vorgefallen; ausserdem tendiert man irgendwann dazu, garnicht mehr zu schreiben. Eigentlich wäre ich heute zu den Niagara-Fällen gefahren, aber ich dachte ich lern mal ein bisschen für die 2 Examen nächste Woche, ausserdem muss ich noch ein Essay über meine Essgewohnheiten schreiben. Einfach “McDonald’s, Steak ‘n’ Shake and Ruby Tuesday” schreiben reicht im College leider nicht (obwohl das eigentlich alles sagen würde…). Naja, auf jeden Fall will ich die Falls sowieso von der kanadischen Seite aus sehen, insofern ist das jetzt nicht so ein Beinbruch. Ist auch nur 4 Stunden entfernt. Für amerikanische Verhältnisse also in Oldenburg. Stattdessen habe ich noch eine etwa 3-stündige Diskussion mit Ken gehabt. Angefangen mit “profit margin” und “turnover” über CBYX bis hin zur “Jeffersonian Presidency” und Hamilton’s U.S. Treasury. Das war Spaß.

Nun, vor Wochen (Freitag) bin ich zu Charlie gefahren, meinem Freund aus dem Intercultural Communication Kurs (der letzte Woche geendet hat und ich bravourös mit “A” bestanden habe :D). Wir haben uns dann mit einer seiner Flammen getroffen, um den Facebook-Film zu sehen. Klar, warum auch nicht 50 Minuten ins nächste Kino fahren -in the middle of nowhere. Medina hieß der Ort, war ganz schnuckelig. Charlie hat dann noch im Courthouse einen Pass für Kanada beantragt. Alle Wertsachen und Waffen abgeben war natürlich obligatorisch. Dafür hat die 100 Kilo Polizistin gesorgt, inkl. 30 Minuten Standpauke über Obama’s Politik und die NRA. Shocking!

Samstagabend waren wir (Moe, Brett, Noemie) auf Besuch bei Prof. Holland, einer Lehrerin von Mohammed. Ich weiss nicht, warum wir eingeladen wurden, aber es war wirklich ganz nett. Mohammed hat gekocht, sodass das ganze Auto voll ägyptischer Speisen war. Später kam noch ein befreundetes Ehepaar hinzu: Super, Ehemann im Rotary Club! Was will man mehr für die Jobsuche. Mit einem Schal und Handschuhen als Geschenk, 2 Network-Connections sowie $20 Spritgeld sind wir weiter zur Party gefahren.

Irgendjemand hatte Geburtstag. Ich glaube Hanoi, die Hauptstadt von Vietnam. Da ich leider fahren musste, konnte ich -wieder einmal- nichts trinken. Ich trinke normalweise direkt am Anfang ein mit Bier allen und dann gehts weiter mit Coke oder Sprite, ist ok so. 98 Fotos und 3 Brandflecke im Teppich später (lasst nie eine Wasserpfeiffe von einer Horde Besoffener auf einem Teppich benutzen!) bin ich mit Amendine wieder Richtung Vermilion aufgebrochen. Tja, und wie das eben so ist…man unterhält sich und fährt 20 Meilen zu schnell (32 km/h)…wird man von der Polizei angehalten! Die Situation stellte sich wie folgt dar: Ich (immerhin 1 Bier im Blut) und Amendine (hatte ID vergessen, 20 und sturzbetrunken) rasen durch Vermilion und plötzlich die allseitsbekannte Polizeisirene und mobiler Discobeleuchtung im Rückspiegel. Freunde, ich kann euch sagen: Da geht einem die Düse. Ich habe mich schon auf dem Weg nach Hause gesehen ^^ Nacht im Knast bedeutet glaube ich Programmausschluss. Nun, ich rechts ran gefahren, Hände schön am Steuer gehabt und gewartet, bis die Autorität in Person samt 9mm Glock, Taser und 2 Handschellen an mein Fahrerfenster trat. Mir wurde klar: Simon, du bist in den USA. “Open the window, Sir?” “No, I can’t, it doesn’t work!” “Could you please open the door?” “Sure”. “ID and registration papers, please”. Wie im Film. Hab ihm dann den ganzen Kram gegeben, erklärt, dass wir in Deutschland andere Geschwindigkeiten gewohnt sind und ich keinen Ärger am Hals haben will. Gesunde Kaltschnäuzigkeit eben. Naja, ich war etwas geschockt, als er die 20 mp/h erwähnt hat. Glücklicherweise hat er mich fahren lassen, was mich wirklich gewundert hat! Hab auch nix bezahlt. Offensichtlich hatte er andere Sachen zu tun, was die Tatsache deutlich machte, dass er mit heulender Sirene und Blau/Rot/Weisslicht davon gerast ist um jemanden anderen “over zu pullen”.

Joa und letzten Freitag sind wir vom Multicultural Club aus zum Applehill gefahren, einer Apfelfarm. Da konnten wir dann für ein Paar “Bucks” soviele Äpfel pflücken, bis die Tüte voll war. Ich musste leider ständig als Greifarm aushelfen, weil die besten Äpfel in der “normalen” Höhe schon gepflückt waren! 5 Äpfel und Bauchschmerzen später hat uns der Bauer mit seinem Traktor (Hay Ride) wieder abgeholt. Ich habe dann noch ein Paar Fotos vom Ohio’schen Indian Summer gemacht. Die Farben ändern sich jeden Tag und es ist einfach nur eine Freude für’s Auge, über die Landstraßen zu fahren. Dabei ist das noch nichtmal alles; nach dem ersten Frost “explodieren” die Farben nahezu. Da es im Moment noch sehr mild ist, die Bäume jedoch schon allerhand Blätter verloren haben, werde ich den richtigen Indian Summer wahrscheinlich garnicht mehr erleben. Schade!

Diese Woche gab es leider die erste traurige Nachricht aus Deutschland. Malte (24), mein ehemaliger Schulfreund, wurde offenbar im Krankenhaus von einem Mitpatienten erwürgt. So bizarr das auch klingt, es ist leider wahr. Ich wünsche seiner Familie alle Kraft, diese schwierige Zeit durchzustehen.

Ich habe Donnerstag mein ersten Bewerbungsgespräch bei Bendix gehabt. Bendix ist eine Tochterfirma der Knorr-Bremse AG in München und ist ein weltweit operierender LKW/Bus Luftbremssystemhersteller mit Headquarter in Elyria, OH. Bisher haben 3 PPP’ler die Möglichkeit gehabt, 6 Monate als Co-ops zu arbeiten. Das Aufgabenfeld ist bereits festgelegt, obwohl ich noch keine Zusage habe. Da meine -hoffentlich- bald zukünftige Aufgabe den “Marketing/Confidential”-Bereich des Unternehmens betrifft, möchte ich hier keine weiteren Angaben machen. Nur soviel: Es geht um Datenerhebung und das Bewerten von Markt/Firmensituationen. Wie auch immer, ich wurde -schön in Maßanzug und Schlipps- innerhalb 2 Stunden von Büro zu Büro gereicht. Ich habe insgesamt mit 5 Leuten gesprochen: 2 Managern, 1 Director, 1 Vice-President und 1 Co-op. Das Interview hat mit einem Gebäuderundgang geendet. Ich habe leider überhaupt kein Gefühl, ob die mich nehmen oder nicht. Da die Personen 90% der Zeit gesprochen haben, hatte ich keinerlei Chance, mich auszudrücken. Da dieses Aufgabenfeld für mich absolut neu ist und ich noch nicht mit Makros und SAP gearbeitet habe, mir andererseits Excelkurse angeboten wurden und ich immerhin 2 Stunden deren Zeit geklaut habe, bin ich völlig unsicher, was wohl dabei rauskommen wird. Ach und: Versucht mal den Bogen vom Türengroßhandel zur Bremssystemindustrie zu schlagen! Ich bin nicht gerade auf den Mund gefallen, aber da musste ich mir auch einige Geschichten zusammenreimen. In einem Bruchteile einer Sekunde. Auf Englisch. Viel Spaß. Entscheidung wird mir dann nächste Woche mitgeteilt.

Und noch was erfreuliches: Ich habe mich für das Congressional Internship Program beworben, für das 5 Plätze frei sind. Ganz kurz: Die Ausgewählten arbeiten 6 Wochen in Washington D.C. im Congress bei einem Abgeordneten im Büro und machen organisatorische Arbeiten, aber auch Führungen etc. Ich musste ein Essay über Motivation und Skills schreiben, gestern hat mir CDS in New York mitgeteilt, dass ich zumindest einer von 10 bin, für die ein Telefoninterview in Betracht gezogen wurde. Mittwoch gehts dann los: 30 Minuten über Motivation, Skills, Sinn und Zweck des Programms und Eignung sprechen! Mal sehen.

Also, nächste Woche ist die absolute Woche der Wahrheit. Entweder ich krieg einen Job (was ok wäre), beide (GEIL) oder garkeinen (suboptimal).
DRUCK DRUCK DRUCK!!!!!!!

Drückt mir alle 3 Daumen!

 
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Party in Cleveland

07 Oct

Hallöle!

Letzen Freitag sind Mohammed, Charlie, Brett (ja, Brett), Yoshila (Super Mario), Charlie und meine Wenigkeit “downtown” gefahren, um ein bisschen das Clubleben von Cleveland zu erforschen. Wir haben uns mit Charly’s Bruder getroffen, bei dem wir dann auch gepennt haben. Kurz nach Ankunft (klingt wie eine Weltreise…waren nur 30 Minuten) sind wir um die Ecke erst noch eine Pizza essen (ja, ich habe den servierten Honig als Dip probiert) und ne Runde Billard spielen gewesen. Danach hat uns ein Taxi abgeholt. Der Taxifahrer war eine Mischung aus Drogenjunkie und Hippie, der wahrscheinlich auch aus diesem Grund kein Problem damit hatte, dass wir mit 6 Leuten im Taxi…lagen. Nach einigen Flüchen über die amerikanische Polizei hat er uns im Anatomy Club abgesetzt, eine Art Szeneclub. $10 Eintritt fand ich auch ganz schön szenisch (nein, ich habe mein Einstellung zu Geld noch nicht geändert), aber was solls…er war ja ein besonderer Abend. Ich hatte mich beim Betreten schon gewundert, dass mir die Gesichter alle so (ost)europäisch vorkamen, alle waren sehr gut gekleidet; ich hatte das Gefühl, bei der russischen Mafia zugast zu sein. Eindeutig, unsere Crew war Fehl am Platz. Das hat kurze Zeit später auch die Getränkekarte reflektiert; wir hätten uns besser im Puff betrinken können. Dumm auch, dass Charly nach 30 Minuten kein Geld mehr hatte, sodass meine goldene Fifth/Third Debit Card immer attraktiver wurde. Nach etwa einer weiteren halben Stunde kam Charlie zu mir und hat mich gefragt, ob ich wüsste was “to crash a party” bedeutet. Ich habe innerhalb einer Millisekunde alle Daten zusammengetragen: osteuropäisches Publikum, horrende Preise und Folklore-Techno. Das bedeutete nichts Gutes, wir waren definitiv falsch hier. Schnell noch die Versicherungstabelle von CDS / InWent auf den Schirm geholt:

* Überführung im Todesfall; abgedeckter Versicherungsbetrag: $25.000

Das sollte reichen, dachte ich mir. Also weiter getanzt. $ 50 ärmer haben wir dann rausgefunden, dass wir auf einer Charity (fundraiser) Party für Mutter Theresa-Statuen in Cleveland gelandet sind; angestiftet von armenischen Migranten. Puhh, wir waren gerettet. Alle haben uns -in freudiger Erwartung auf zahlungskräftige Studenten- Willkommen geheißen. Super, dachte ich mir, Saufen für Mutter Theresa! Prost! Später sind dann noch Billy, Hoskie und Lee dazugestoßen. Irgendwann wurde uns das armenische Technogedudel dann doch zu dumm und wir sind -inzwischen 9 Leute im 5-Sitzer- weiter zum Barroom gefahren. Da Billy (England) genetisch bedingt auf der linken Straßenseite fährt, musste ich seinen Jeep leicht angetrunken seitlich zwischen 2 Autos parken. Auch das hat super geklappt. Vom Barroom gibt es nicht mehr viel zu erzählen, ausser dass es teuer war und nicht viel Leute am Start waren. Einige wollten dann noch zu den Flats in einen Stripclub. Aber als ich die voraussichtlichen Preise angedeutet hatte, wollten irgendwie alle nach Hause!?

 
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Videos vom Kalahari Resort

30 Sep

Hey Leute,

hier noch 4 Videos vom Leadership Retreat:

Moe singin’

Cedric Brown

Michael Ferrer

End Ceremony

 
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Wöchentlicher Beitrag

28 Sep

Jaja, ich weiß, wöchentlicher Beitrag klingt etwas höhnisch, aber so ist das nun mal. Hätte nie gedacht, dass das College mich so vereinnahmt -durch das Student Leadership Seminar auch am Wochenende. Zudem hat die Bewerbungszeit angefangen und erste Roadtrips sind in der Planung. Ach übrigens: das H in Ohio steht für herbstlich. Aber alles der Reihe nach; zumindest versuche ich mich zu erinnern.

Gut, zuletzt habe ich mich auf 2 Parties wiedergefunden…das ist definitiv länger her, als ich dachte. Ich gehe mal davon aus, dass das nächst größere Ereignis danach der Besuch im Cleveland Orchestra war (vor 2 Wochen also). Das Cleveland Instittue of Music (CIT) hat unter der Führung von Carl Topilow Dvorak’s Slavonic Dances in C Major, Op. 72, No. 7, Schumann’s Piano Concerto in A Minor, Op. 54 und Mahler’s Symphony No. 1 in D Major gespielt, mit der Unterstützung von Martina Filjak am Piano. Filjak ist weltweit für ihr außergewöhnliches Pianospiel bekannt und hat in letzter Zeit einige Preise abgeräumt. Ich fand das Interieur ziemlich beeindruckend, es sah alles sehr herrschaftlich und alt aus, sehr unüblich für die USA. Das Konzert war auch sehr gut, besonders beeindruckt hat mich der Sound im Saal. Da ich aber nicht unbedingt der Klassikfan bin (Eintritt war für mich umsonst), gehe ich mal nicht näher auf Spielweise und Qualität des Orchesters ein ;).

Am Donnerstag habe ich mich dann mit dem Carrer Service des LCCC zusammengesetzt, um meiner Bewerbung den letzten Schliff zu verpassen. Zu meiner Überraschung musste aber nicht mehr viel gemacht werden und so wurde mir nur nochmal eingeimpft, dass die Jobsuche hier alles andere als eine Fahrt durch Alice’s Wunderland für mich werden wird. Ja, vielen Dank dann auch!

Am Freitag wurde ich zum Schatzmeister des Multicultural Club gewählt, sodass ich jetzt theoretisch über unendlich viel Geld verfüge und in Saus und Braus leben kann. Dieses neue Attribut habe ich gleich meinem Lebenslauf hinzugefügt und abgeschickt. Glücklicher Empfänger meiner ersten amerikanischen Bewerbung (ohne Foto, Lebenslauf in umgekehrter Reihenfolge, jobrelevante Qualifikationen direkt am Anfang) war Bendix Commercial Vehicle Systems, eine Tochterfirma der Knorr Bremse Gruppe, einem deutschen Hersteller von Bremssystemen. Bendix scheint eine vergleichsweise große Firma in der näheren Umgebung zu sein; vorort werden Bremssysteme (ABS, ESP etc.) für Trucks hergestellt. Ich hoffe, dass ich eine Position im Verkauf oder im Marketing besetzen kann. Bislang habe ich -bis auf eine Empfangsbestätigung- noch nichts wieder gehört.

Nun, quasi direkt nach dem Absenden der Email und einem McDonald’s Menü sind wir dann gen Sandusky, OH abgereist, um das Student Life Leadership Retreat im Kalahari Resort anzutreten. Für das Seminar über Führungsqualitäten musste man sich bewerben; am Ende wurden 30 Glückliche ausgewählt. Das Kalahari Resort ist ein riesiger (!) Hotelkomplex mit 500-600 Betten und einem der größten Indoor-Wasserparks der Welt. Dieser musste auch erstmal nach Zimmerbezug, Einführungsveranstaltung und Dinner getestet werden. Beim ersten Seminar habe ich Michael Ferrer getroffen, einem Motivationstrainer. Aber dazu später…Die Wasserrutschen haben wirklich überzeugt und uns allen eine riesen Freude bereitet! Den ersten Abend haben wir dann mit nem Clubbesuch ausklingen lassen; das strikte Alkoholverbot…ach was solls.. :(. Ach in der selben Nacht hatte ich meinen ersten Kaffee ever! Und was soll ich sagen? Ich mag’s einfach nicht :). Ist auch viel zu ungesund und so…Zähne, Blutdruck..ne, ne ich trink’ weiter Cola und Bier! Der nächste Morgen ging dann mit Seminaren weiter (gehe ich jetzt mal nicht weiter drauf ein), diese wurden von einem leckeren Mittagessen unterbrochen, danach folgten wieder Seminare bis 16 Uhr, sodass wir dann nochmal in den Wasserpark gehen konnten. Danach gab’s wieder lecker Dinner und weitere Seminare :(. Zur Nacht hin haben wir dann nochmal den Club gerockt und wirklich Party gemacht. Kaum zu glauben, dass alle absolut nüchtern waren. Am nächsten Morgen wurden wir dann verschiedenen Gruppen zugewiesen, um in den nächsten Monaten jeweils einen Tag eine Veranstaltung am College zu organisieren. Wir haben den Martin Luther King Day zugewiesen bekommen, sodass wir im Januar diesbezüglich Präsentationen etc. halten werden. Da ich dann aber hoffentlich entweder in Washington (dazu auch später mehr) oder sonstwo arbeiten werde, muss ich das ganze “nur” vorbereiten. Danach, also Sonntagmittag war dann Abreise angesagt. Was ist also geblieben von 2 Tagen Seminar? Eine Menge neuer Freunde, viel Spaß im Wasserpark und im Club, super gutes Essen und die Ausbildung von Führungsqualitäten! Bleibt noch zu erwähnen, dass das ganze völlig kostenlos war. Das College hat für jeden Studenten mindestens $ 350 hingeblättert. Wahnsinn! Durch die kurze Nacht von Samstag auf Sonntag bin ich tatsächlich schon um 20 Uhr am Sonntag eingeschlafen. Übrigens: Fotos sind im Album!

In der Zwischenzeit kam von CDS die Erinnerungsmail für das Congress Internship Program -die 5 Praktikumsplätze im amerikanischen Kongress für Januar/Februar. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das machen soll. Ich hoffe, dass Bendix zusagt, zumal mein Vorgänger da dieses Jahr gearbeitet hat und die mit dem Programm soweit vertraut sind. Also, warum sollte ich mir das verbauen? Andererseits wäre das wieder eine Erfahrung mehr, die wiederum eine Bewerbung vorschreibt 😉 Und da Zeit derzeit knapp ist, …naja ich lass es auf mich zukommen. Die Bewerbungsfrist läuft in 3 Wochen ab. Es geht aber einigen PPPlern so, zumindest demzufolge, was ich so auf Facebook lese.

Die ganze letzte Woche stand dann wieder im Zeichen des Lesens und Schreibens. Ich arbeite derzeit an einer 6-8 seitigen Ausarbeitung über “The Family as a Core Value in the Muslim Society” für meinen Intercultural Communications Kurs. Da ich damit relativ spät angefangen habe, muss ich jeden Tag mindestens etwa eine halbe Seite schreiben, was definitiv machbar ist; Abgabe ist nächsten Montag. Abstruse Zitierregeln (MLA, APA, Chicago Style) legen mir allerdings autogroße Steine in den Weg. Darüberhinaus bin ich mit der Themenwahl aber sehr zufrieden. Ich habe auch schon allerhand Examen gehabt und musste andere Ausarbeitungen abgeben. Der Notenschnitt liegt bei A-B, womit ich sehr zufrieden bin. Besonders Geschichte ist ziemlich schwierig, weil oft alte Texte aufkommen, die ich kaum bis garnicht verstehe. Da hilft dann manchmal nur Google oder geschichtliches Geschick (wenn es das gibt :D). Ich habe aber auch schon ein “F” kassiert, weil ich die Businessklausur mit nem Kugelschreiber anstatt nem Bleibstift geschrieben habe. Tja, Regeln sind dazu da, dass sie eingehalten werden, ne? Die Tatsache, dass ich eigentlich über 90% (A) richtig hatte, machte mich nicht unbedingt glücklicher. Keine Sorge, ich hab’s überwunden ;).

Freitag habe ich mal wieder mit den Jungs Fussball und Basketball gespielt, nachdem wir uns beim Chinesen die Bauch vollgeschlagen haben. Jovan hat uns beim Fußballspiel des öfteren sein Gemächt gezeigt, um von seinen miesen fußballerischen Fähigkeiten abzulenken. Blöderweise hat er uns dadurch auch abgelenkt…andererseits habe ich bisher selten so viel und laut gelacht wie in dieser Stunde. Naja und Basketball war gegen die Chinesen und Koreaner definitiv ein Heimspiel für mich! An mir haftet jetzt der Name Rebound bzw. Dunkin’ Simon…naja schön wär’s. Was muss sich mein Bruder für mich schämen ^^.

Am Samstag hat Christine aus dem Intercultural Communications Kurs eine Party für alle internationalen Studenten veranstaltet. Es gab jegliche internationale Speisen, Bier, Chips und Lagerfeuer. Das war ein richtig schöner Abend mit mindestens 10 verschiedenen Nationalitäten auf einem Fleck. Sofern ich mich erinnere: China, Südkorea, Indonesien, Vietnam, Pakistan, Iran, Ägpyten, Frankreich, Deutschland, Chile, Mexiko und USA. Theoretisch wären dann noch Vertreter aus den Philippinen, Venezuela, Südafrika und England dabei gewesen. Also, alles in allem ein seeehr bunter Haufen; der Harte Kern hat den Abend dann mit Sexgeschichten am Lagerfeuer ausklingen lassen. Amerika, du überrascht mich immer wieder.

Joa und heute habe ich dann mit dem besagten Michael Ferrer telefoniert. Er ist auf mich aufmerksam geworden, als er in der Gruppe einige gefragt hat, was sie jeden Tag antreibt. Meine Antwort -my mind- hat ihn scheinbar so sehr beeindruckt, dass er mich beim Rausgehen gebeten hat, ihn nach dem Wochenende drigend anzurufen. Ferrer arbeitet derzeit in einigen sozialen Projekten und gemessen an den bezuspruchten öffentlichen Geldern wohl sehr erfolgreich. Ich habe mir gedacht, dass ich dort meine 20h Freiwilligenarbeit ableisten kann und weiterhin Jobkontakte knüpfen könnte. Das Telefongespräch war sehr aufschlussreich. Er hat mir Community Work angeboten und mir auch versprochen, mit seinen 30-40 Organisationen bezüglich eines Jobs für mich für nächstes Jahr zu sprechen. Ich bin jetzt nicht zu euphorisch, weil Amerikaner -milde ausgedrückt- gerne übertreiben. Für mich bedeutet das also, weiter Ausschau halten! Dennnoch, mal sehen, was für mich dabei rausspringt; Arbeit finden ist wirklich keine Fahrt durch Alice’s Wunderland :(.

Ach und um die Einleitung aufzugreifen: Ja, es wird kälter (habe $ 30 für einen Zipper investiert) und ja, ich hoffe, dass ich die collegefreie Zeit in New England (Boston) und Silvester in New Orleans verbringen kann!

 
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